Die bestehenden Gesellschafter und Gründer der rightmart GmbH investieren in mehreren Phasen 6,5 Mio. EUR in das Legal Tech rightmart. Als rightmart Group fokussiert sich das Legal Tech zukünftig darauf, bei der Skalierung von großen Verbraucherrechtskanzleien zu unterstützen. Zusätzlich wird die Marke rightmart durch die Verbraucherrechtskanzlei rightmart Rechtsanwälte betrieben. Die Marke Atornix und der damit verbundene Marktplatz für Rechtsdienstleistungen für Verbraucher wird eingestellt.

Lange ist es her, aber dennoch werden viele Leser:innen es wissen: Ende 2015 starteten wir parallel mit einer zentralen Marke: rightmart. Genutzt wurde diese Marke von einer eigens dafür gegründeten Kanzlei, die seitdem als rightmart Rechtsanwaltsgesellschaft mbH unter rightmart.de auftritt, und von der rightmart Software GmbH, die sich um die Themen Marketing, Vertrieb, Technologie und Geschäftsmodelle für Kanzleien kümmerte.

Ein typisches Legal Tech-Modell, genutzt von vielen wie z. B. Chevalier oder Conny. Im Gegensatz zu den Marktplatzmodellen ist die These hinter diesem Modell, dass eine vertikale Integration der B2C-Marke in die Entität der Rechtsdienstleister, also der jeweiligen Kanzlei(en) notwendig ist, um eine moderne Customer Journey für Verbraucher:innen zu gewährleisten.

Kurz vor Beginn der Gespräche zur Finanzierungsrunde im Jahr 2018 haben wir uns jedoch dazu entschieden, von diesem Modell abzuweichen und nebenbei das Marktplatzmodell mit einer neuen Marke zu skalieren. Mit casecheck und danach Atornix sind zwei Marken – die letzte sogar mit Beratern … – entstanden, die bis Ende 2021 als Marktplatz für Verbraucherrecht gedient haben. Das Ergebnis: Ab sofort konzentrieren wir uns auf die Marke rightmart, die den Verbraucher:innen über Kanzleien präsentiert wird.

Wachstum durch die Kanzlei rightmart Rechtsanwälte

Obwohl wir seit 2015 mit durchschnittlich mehr als 60 % pro Jahr gewachsen sind, spielte der Marktplatz und die dazugehörigen Marken selbst keine Rolle. Das Wachstum entstand auf Basis der Marke rightmart, die sich über die Kanzlei als rightmart Rechtsanwälte positioniert und damit sowohl bei Rechtsschutzversicherern, anderen Kooperationspartnern sowie mit eigenen Websites bei Verbraucher:innen durchgesetzt hat.

Aufgrund dieses Wachstums fokussierte sich auch die Marketing- und Softwaregesellschaft (zuletzt Atornix GmbH) auf die Unterstützung beim Aufbau von skalierbaren Kanzleistrukturen: Technologie, Marketing, Vertrieb und Geschäftsmodelle. Unsere ursprüngliche These – Fokus auf die vertikale Integration vs Marktplatz-Modell – haben wir also in der Theorie nie anders gelebt und in der Praxis letztendlich selbst validiert.  Möglicherweise ist der Grund für das “Scheitern” unseres Marktplatzversuchs auch der tollkühne Spagat, gleichzeitig einen Marktplatz aufzubauen und an der Entstehung einer B2C-Großkanzlei mitwirken zu wollen.

Unsere Atornix-Learnings

Für uns bleibt dadurch ein subjektives Key-Learning: Am Ende des Rechts steht in der Regel eine Kanzlei, die einen wesentlichen Teil der Wertschöpfung vereinnahmt und auch vereinnahmen muss. Dies zu ignorieren und eine breite Marke als Marktplatz oder Legal Tech aufzubauen, erscheint in diesem Markt außerhalb von Nischen jedenfalls so lange nicht sinnvoll, bis eine auf Technologie basierende Plattform die Rechtsdienstleistung bis ins letzte Detail abbilden und damit mit entsprechenden Kanzleien synchronisieren kann. Und selbst dann muss die Frage erlaubt sein, ob dies aus Sicht der Verbraucher:innen wirklich sinnvoll ist, wenn die Kanzleimarke immer eine wesentliche Rolle in der Wahrnehmung einnimmt.

In diesem Learning verbirgt sich auch ein Dilemma: Mit dem Fokus auf einen Marktplatz werden die Learnings im Vertrieb und Marketing zwar schneller gemacht, allerdings verliert das Legal Tech das Verständnis für die notwendigen Kanzlei-Operations, das Recht im Allgemeinen und die Geschäftsmodelle aus den Augen und missdeutet die Wahrnehmung der Kunde:innen. Die Kanzleien werden als Mittel zum Zweck gesehen, wodurch wesentliche Potenziale (siehe Abgasskandal) gar nicht erst gehoben werden (können).

Bei rightmart hatten wir das Glück, dass die Kanzlei durch ihre eigene Strahlkraft, insbesondere durch Kooperationen, gewachsen ist und wir dadurch die Struktur einer Kanzlei verstehen und skalieren mussten. Dieser Aufbau von nachhaltigen Strukturen in der Breite, auf denen eine Kanzlei die bestmögliche Rechtsdienstleistung und das beste Angebot bieten kann, ist aus unserer Sicht der notwendige Fokus im B2C-Rechtsmarkt.

rightmart.group fokussiert Economies of Scale

Im B2C-Rechtsmarkt gelten die Economies of Scale: Nur wer groß genug ist, wird das Wachstum beschleunigen und daraus einen attraktiven Business-Case aufbauen können – alle anderen werden stagnieren oder scheitern. Jede erwähnenswerte Innovation, Konsolidierung oder Veränderung des Marktes innerhalb der nächsten Jahre wird auf der Grundlage dieses Prinzips stattfinden.

Aus diesem Grund werden wir uns zukünftig als rightmart Group verstehen, bei der das Endkundengeschäft der Verbraucher:innen durch Kanzleien unter der Marke rightmart betrieben wird und die rightmart GmbH eine Art Plattform für das Wachstum dieser Kanzleien bietet, indem durch neue Geschäftsmodelle und Finanzierungsdienstleistungen, Technologie sowie Marketing- und Vertriebsleistungen diese Kanzleien unterstützt werden. Wir bauen gemeinsam mit Kanzleien unter dem Dach einer Marke die Strukturen, auf denen Kanzleien diese skalieren können.

Wir sind überzeugt, dass wir unsere Vision, den Zugang zum Recht für Verbraucher:innen nachhaltig zu vereinfachen, auf diesem Weg am effektivsten umsetzen können. Um diesen Weg zu beschleunigen, haben sich die Gesellschafter rund um die KS/AUXILIA Rechtsschutz-Versicherungs AG sowie die Gründer von rightmart bereits in 2021 entschlossen, Kapital in Höhe von insgesamt 6,5 Mio. EUR zur Verfügung zu stellen. Das starke Commitment aller Gesellschafter stützt sich auf den bisherigen Erfolg und wird der rightmart Group durch Nutzung der Investitionspotentiale zu noch schnellerem Wachstum verhelfen.